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Es lebe Marco Cavallo!

Das riesige blaue Pferd aus Pappmaschee ist bis heute ein kraftvolles Symbol für den umfassenden Befreiungsprozess in der Psychiatrie. In vielen internationalen Reformbewegungen ist er eine Ikone für Freiheit, Inklusion und die Anerkennung der Stimme von Betroffenen.

Patient:innen und Künstler:innen bauten es 1973 in der psychiatrischen Anstalt San Giovanni in Triest. Vorbild war «Marco Cavallo», der alte Gaul, der, vor einen Karren gespannt, die Wäsche aus der Anstalt transportierte. Also nach draussen durfte! Als er geschlachtet werden sollte, lehnte sich ganz San Giovanni dagegen auf, was ihm das Leben rettete. Marco Cavallo wurde zu einem Symbol des Widerstands.

Im Februar 1973 zog eine lärmende Schar von Patient:innen, Ärzt:innen und Sympathisant:innen das blaue Pferd quer durch Triest. Mit Trommeln, Gesängen und Transparenten machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam: «Freiheit ist die Therapie! Es lebe Marco Cavallo!» Der Bauch von Marco Cavallo ist übrigens gefüllt mit Briefen, auf denen Wünsche der Beteiligten ausformuliert sind: Reh mit Polenta, Hasensalami, ein Lied, ein Fahrrad, ein Komet

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Recovery College Bern wird Teil der igs Bern

2024 war die Zukunft des Recovery College Bern ungewiss – nun erhält es eine neue Partnerin: Seit 1. Juli 2025 ist das innovative Bildungsangebot Teil der Interessengemeinschaft Sozialpsychiatrie Bern. Seine vielfältigen Kurse behandeln die Themen psychische Gesundheit, Krisenbewältigung und selbstbestimmte Lebensführung und richten sich an Krisenerfahrene, Angehörige, Fachpersonen und weitere Interessierte in der Region Bern. Das Recovery College wird vom Kanton Bern mitfinanziert.

Lernen, austauschen, weiterkommen – gemeinsam auf Augenhöhe

Das Recovery College Bern ist ein innovatives Bildungsangebot für die Region Bern. Es bietet Austauschmöglichkeiten sowie Kurse, Seminare und Workshops rund um die Themen psychische Gesundheit, Krisenbewältigung und selbstbestimmte Lebensgestaltung. Das Angebot richtet sich an Menschen, die psychische Erschütterungen erleben oder erlebt haben, an Angehörige, Fachpersonen und weitere Interessierte.

Was das Recovery College Bern aussergewöhnlich macht: Seine Angebote werden in Co-Moderation geleitet – von Personen mit eigener Krankheits- und Genesungserfahrung und Personen, die im Bereich der psychischen Gesundheit oder in verwandten Fachgebieten tätig sind. Diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglicht einen besonders wertvollen Lernort, an dem sich persönliche Erfahrungen und professionelles Wissen ergänzen und Teilnehmende miteinander und voneinander lernen.

Neustart mit gemeinnütziger Trägerschaft

Aufgrund des Entscheids der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD), die Unterstützung für das Recovery College einzustellen, war die Zukunft des Bildungsangebots zunächst ungewiss. Ein engagierter Förderverein sorgte dafür, dass das Recovery College Bern weiterbestehen konnte. Per 1. Juli 2025 hat die Interessengemeinschaft Sozialpsychiatrie Bern nun im Rahmen eines vorerst befristeten Leistungsvertrags mit der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern die Trägerschaft übernommen.

Unterstützt wird das Recovery College Bern weiterhin durch den Förderverein, der das Angebot ideell mitträgt und Fundraising für den Betrieb leistet. Der Kanton Bern finanziert subsidiär einen gewichtigen Anteil der Betriebskosten.

Ein engagiertes Team und ein wachsendes Angebot

Das Recovery College Bern beschäftigt derzeit vier Mitarbeitende und wird von einem Team externer Moderator:innen unterstützt. In den letzten vier Jahren haben über 1000 Personen Kurse am Recovery College Bern besucht.

Die Kurse finden semesterweise statt (Frühling/Herbst) und werden laufend ausgebaut. Geplant ist eine Ausweitung in andere Regionen des Kantons Bern. Alle Angebote stehen interessierten Personen offen – unabhängig von Alter, Herkunft oder fachlichem Hintergrund. Die Kurskosten richten sich nach dem Einkommen.

MM_Recovery College Bern Wird Teil Der Igs Bern_2025
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Über das Recovery College Bern

Wir lernen gemeinsam psychische Gesundheit, Empowerment, persönliche Entwicklung und Wohlbefinden. Das RCB steht für eine Gesellschaft ein, in der psychische Krisenerfahrungen als Teil des menschlichen Lebens anerkannt sind und Menschen ihre eigene Genesung selbstbestimmt, hoffnungsvoll und in Gemeinschaft gestalten können. Die Entwicklung und Durchführung von koproduktiven Bildungsangeboten im Bereich der psychischen Gesundheit für die Bevölkerung des Kantons Bern stehen dabei im Zentrum. Das innovative Bildungsangebot richtet sich an Menschen mit eigenen Erschütterungs- und Genesungserfahrungen, an Angehörige, Fachpersonen und Interessierte. Vielstimmigkeit und Vielfalt prägen die Lern- und Lehratmosphäre und alle lernen miteinander und voneinander.

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